Opferlamm durch Mobbing

Kinesiologie hilft: Opferlamm durch Mobbing

Sehr geehrte Frau Chaumien,

als Sie mich kürzlich ansprachen, ob ich meine Erfahrungen für Ihre Webseite niederschreiben würde, bin ich Ihrer Bitte gerne nachgekommen. Es ist mir ein Anliegen, anderen Betroffenen einen Weg aufzuzeigen um sich aus einer solchen Situation zu befreien.

Aktive Lebensgestaltung mittels Kinesiologie Ich bin schon seit etlichen Jahren in der IT Branche tätig, auch seinerzeit, als ich mit meinem Mobbing-Problem zu Ihnen kam. Ich arbeitete in einer Firma, in der es mehr um „politische Macht-Spielchen“ ging als um das Geschäft selbst – doch das wurde mir erst im Laufe der Zeit klar. Unsere Abteilung wuchs und die Geschäftsleitung hatte sich entschloßen mich zur Fachvorgesetzten zu „ernennen“.

Ich wurde nicht wirklich gefragt und meine Bedenken wurden übergangen. Wie soll man eine Abteilung fachlich leiten und koordinieren, wenn man keine disziplinarische Verantwortung hat? Das geht nur, wenn alle Beteiligte an einem Strang ziehen, doch im Konfliktfall geht nichts mehr. Und so kam es leider auch.

Eine jüngere, aufstrebende Kollegin fühlte sich benachteiligt und erklärte mich zu Ihrer Feindin. Anfangs ließ sie mich „nur“ auflaufen: stellte sich des öfteren taub, hat gemeinsame Termin leider vergessen, konnte ihren Teil des Berichtes für die Geschäftsleitung nicht rechtzeitig abliefern,…

Fasche Rücksichtnahme machte mich noch mehr zum Mobbing Opfer

Ich dachte ihr Zeit geben zu müssen, brachte Verständnis auf, ging besonders auf sie ein, vertuschte ihre Fehler oder rettete schiefgelaufenen Aktionen, wenn das noch möglich war. Ich dachte auch, dass von mir in meiner Rolle erwartet wurde, dieses Problem alleine zu lösen.

Mein Verantwortungsbewusstsein und mein Verständnis stellten sich im Nachhinein als Falle heraus. Aus ihrer Sicht war ich dadurch schwach und angreifbar – ich hatte die Position, die sie haben wollte, auf keinen Fall verdient. Danach folgte Klatsch und Tratsch der übelsten Sorte: ich würde sie tyrannisieren, ich hätte ein Verhältnis mit mehreren Abteilungsleitern (was ich ihr laut ihren Worten selbst erzählt hätte) und wäre Schuld an der Trennung zwischen ihr und ihrem Freund (den ich garnicht kannte).

Die Arbeit wurde nicht nur in unserem Büro zum Alptraum: da sie auch die Gabe besaß auf Kommando zu weinen, war doch jedem klar, wer hier ein Opfer war. Ich wurde beim gemeinsamen Mittagessen in der Umgegend nicht mehr mitgenommen, die Vorgesetzten, die dachten ich hätte die eingebildeten Verhältnisse erzählt, waren verärgert und wenig kooperativ, wenn wir gemeinsame Projekte hatte,…..Ein wahrer Spießrutenlauf.

Ich mutierte in den Augen der Arbeitskollegen in wenigen Wochen von einer Kollegin, mit der man über alles reden konnte, der man auch Privates anvertraute, zu einem Monster, das für seine Karriere alles tat. Und dabei hatte ich diesen „Aufstieg“ weder angestrebt noch gewollt. Mein Selbstwertgefühl fiel in den Keller und ich zweifelte sehr bald alles an was ich tat.

Stresssymptome aufgrund des Mobbings

Ich bekam Herzrasen, Stiche im Herz, Magenprobleme, Weinkrämpfe,….. Mein Hausarzt schrieb mich letztendlich für einige Wochen krank, gab mir diverse Medikamente gegen die körperlichen Beschwerden und empfahl mir etwas für mich zu tun und mich zu erholen. Tja, und nach einer Internetrecherche landete ich dann bei Ihnen.

Es ist für mich auch heute noch erstaunlich, was nach nur wenigen Sitzungen mit Ihnen in mir alles passierte. Wir definierten Ziele, die für mich zu diesem Zeitpunkt völlig unerreichbar schienen. Wie sollte ich damals glauben, wieder ohne Probleme und kreisenden Selbstzweifeln, Entscheidungen zu treffen und an mich zu glauben – das schien mir einfach zu weit entfernt. Ganz zu schweigen von dem Gedanken, jemals wieder in diese Firma einen Fuß zu setzen.

Schon nach der ersten Sitzung ging es mir besser. Ich konnte nicht sagen, was sich genau getan hatte, aber ich hatte ein Stück mehr Lebenswillen und Energie wiederbekommen. Wir fanden heraus, welche meiner Eigenschaften und Anschauungen mich besonders angreifbar machten. Nach und nach verstand ich, wieso diese Kollegin ein so leichtes Spiel mit mir hatte.

Ich wollte immer meine Aufgaben perfekt durchführen, übernahm die Verantwortung für meine Fehler und suchte eingeständig nach Lösungen. Alles nichts schlechtes. Doch es galt den Zeitpunkt zu bemerken, an dem dieses Verhalten zur Falle wurde und einfach nicht mehr angebracht war. Ich lernte, dass es keine Schande war, auch mal keine Lösung zu haben und etwas zu eskalieren.

Dadurch war ich kein schlechterer Mitarbeiter. Wir balancierten eine Menge Blockaden und Glaubenssätze, die mich daran hinderten meine Schwächen zu sehen, rechtzeitig Hilfe zu fordern und anzunehmen, dass ich nicht perfekt sein muss (auch nicht im Privatleben ;-)) – auch mit Fehlern und Schwächen bin ich ein liebenswerter Mensch. Ich weiß jetzt, wo meine Grenzen sind und mag mich trotzdem.

Als ich wieder fähig war meine Arbeit aufzunehmen, ging das Treiben der Kollegin weiter. Doch ich hatte mich verändert und damit hatte sie nicht gerechnet. Ich bat zu einem Dreiergespräch mit unserem Vorgesetzten, brachte die Schwierigkeiten zur Sprache und auch Ihre beruflichen Mängel – aber alles sehr sachlich. Ich erwartete mir nicht, dass irgendetwas besonderes passierte, mir ging es darum, ihr zu zeigen, dass ich nicht länger das geduldige Opferlamm war und bei unseren Vorgesetzten wollte ich ein Bewusstsein für die Differenzen schaffen.

In der folgenden Zeit gab es Terminvorgaben per Mail mit Kopie an unseren Vorgesetzten und Wunder oh Wunder; sie war plötzlich in der Lage sie einzuhalten. Schon die Tatsache, dass ich jetzt handelte und nicht mehr schweigend litt, schränkte ihren Handlungsspielraum ein und gab mir wieder mehr Selbstvertrauen.

Das Folgende fiel mir dann aber schon sehr schwer: ich schloss mich ungefragt zur Mittagszeit diversen Gruppen an. Die Stimmung war anfangs immer sehr gespannt, doch mit der Zeit ging es immer lockerer und das Bild der Kollegen über mich neutralisierte sich allmählich. Ich habe mich trotzdem beworben und ein halbes Jahr später das Unternehmen verlassen.

Doch ich konnte erhobenen Hauptes gehen und hatte durch diese üble Situation viel über mich gelernt. Sicherlich war es auch leichter eine neue Stelle zu bekommen, weil ich mich in den Vorstellungsgesprächen wieder Selbstbewusst präsentieren konnte.

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.
Benjamin Franklin

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